Ausgabe 1/2016 | 15. April 2016 | SHD . TechnologyAlle Beiträge dieser Kategorie anzeigen | Alle Beiträge anzeigen von
Dirk Schmidt
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CIO 2.0 – vom Chief Information Officer zum Chief Information Broker



Bereits seit geraumer Zeit gibt es Diskussionen darüber, inwieweit sich die Rolle der IT-Abteilung – und damit auch die Rolle des IT-Leiters oder im internationalen Sprachgebrauch »Chief Information Officers«, verändert. Aus diesem Grund soll nachfolgend kurz auf die neuen Herausforderungen an die IT eingegangen werden und wie diese mit einem neuen Rollenverständnis des Verantwortlichen am besten bewältigt werden.

Neues »Machtgefüge!« – das Verhältnis Geschäftsführung / IT-Abteilung / Fachabteilung ändert sich

Mit der »Consumerization der IT« geraten das lange Zeit exklusive IT-Know-how und die damit verbundene exklusive Stellung des IT-Verantwortlichen im Unternehmen immer mehr ins Wanken. »Nicht-IT«-Mitarbeiter sind heute viel besser mit dem Einsatz von IT-Technologie vertraut, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war, und treten damit auch gegenüber dem CIO selbstbewusster auf. Die Geschäftsführung hat mittlerweile gelernt, dass heute technisch (fast) alles möglich ist und häufig auch zu attraktiven Kosten. Und letztendlich hat das ein oder andere fehlgeschlagene IT-Projekt dazu geführt, dass das Image der IT-Abteilung Risse bekommen hat.

Digitale Transformation erfordert höhere Flexibilität und Agilität

Die digitale Transformation zwingt immer mehr Unternehmen dazu, auch ihre bestehenden IT-Umgebungen zu transformieren, um für die Herausforderungen des Marktes gewappnet zu sein. Dies erfordert in der IT-Abteilung ein Höchstmaß an Flexibilität und Agilität, die in vielen Fällen heute noch nicht erreicht wird, da zu viele Kapazitäten an Routine-IT-Aufgaben gebunden sind.

Gefahr einer Schatten-IT

Viele Unternehmen stehen derzeit vor einem Generationswechsel. Langjährige, verdiente Mitarbeiter scheiden aus Altersgründen aus und machen Platz für jüngere Fach- und Führungskräfte. Ein  Phänomen der Generation Y – darunter wird derjenige Teil der Bevölkerung bezeichnet, deren Mitglieder um das Jahr 2000 herum zu den Teenagern zählten – ist das Thema »Sharen« zu Deutsch »Teilen«. Informationen und Dokumente werden bereitwillig auf den unterschiedlichsten Social Media-Plattformen zur Verfügung gestellt und mit Freunden und Kollegen geteilt. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, ihren Mitarbeitern – insbesondere den jungen – ein Arbeitsumfeld zu bieten, das auf dem Sharing-Gedanken beruht. Gelingt dies nicht, droht die Gefahr einer Schatten-IT. Die Mitarbeiter nutzen dann nämlich einfach öffentlich verfügbare IT-Lösungen wie z.B. Dropbox oder ähnliche cloudbasierte File Sharing-Dienste für den Dokumentenaustausch. Diese Angebote führen insbesondere im Zusammenhang mit den Themen Datenschutz und Datensicherheit in der Regel zu unlösbaren Problemen, denn sie lassen sich nicht so einfach in das unternehmensweite Sicherheitskonzept integrieren – vor allem dann nicht, wenn die IT-Abteilung gar nicht weiß, dass diese Lösungen im Einsatz sind.

IT-Security: Die IT-Abteilung als Wächter über Datensicherheit, Datenschutz und Compliance

Denn auch wenn es eigentlich eine Aufgabe der Geschäftsleitung ist, fällt der Großteil der Aufgaben im Zusammenhang diesen Themen der IT-Abteilung zu. Die Bedrohungen sind vielfältig, extern wie intern. Hacker, Viren und Würmer bedrohen die IT-Sicherheit genauso wie Fehlbedienung oder Nachlässigkeiten innerhalb des Unternehmens. Die Folgen sind in der Regel kritisch für das Unternehmen, denn nicht umsonst werden Daten heute als das »Rohöl des 21. Jahrhunderts« bezeichnet. Darüber hinaus drohen bei Verstößen gegen Datenschutz- und Compliance-Vorgaben empfindliche Strafen.

Die Lösung: Mehr Agilität durch Einsatz des »Besten aus allen Welten«

Wie bereits eingangs erwähnt, reicht reines IT-Expertentum heute nicht mehr aus, um die Rolle eines IT-Verantwortlichen erfolgreich zu erfüllen. Stattdessen sind heute verstärkt Managementfähigkeiten gefragt. Diese sind erforderlich, um im Spannungsverhältnis zwischen dem technisch Machbaren, dem von den Fachabteilungen Gewünschten und dem von der Geschäftsleitung Finanzierbaren, eine leistungsfähige, flexible und vor allem agile IT-Umgebung zu konzipieren und zu betreiben. Darüber hinaus sollen externe Anforderungen erfüllt werden, um flexibel auf zukünftige Herausforderungen reagieren zu können. Dies gelingt nur mit einem optimalen Mix an unterschiedlichen Betriebsformen, die perfekt auf die unternehmensspezifischen Anforderungen abgestimmt werden. Dabei wird es aus Kosten-, Zeit- und Kapazitätsgründen immer seltener gelingen, die komplette IT ausschließlich im eigenen Unternehmen zu betreiben.

Der Corporate Information Officer wird damit zum Corporate Information Broker und Multi Provider Manager, denn er muss in der Lage sein, das »Beste aus allen Welten« zu einem für sein Unternehmen optimalen Ganzen zu verschmelzen.

 

Dirk Schmidt
Autor:
Dirk Schmidt | Leiter IT-Organisation
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