Ausgabe 1/2015 | 4. Februar 2015 | SHD . TechnologyAlle Beiträge dieser Kategorie anzeigen | Alle Beiträge anzeigen von
Christian Müller
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Top oder Flop? Windows Server 10 und Windows 10 – was ist neu?



Die nächste Windows-Generation wird im Herbst dieses Jahres erwartet. Damit rückt der End of  Extended Support von Windows 7 und Windows Server 2008 am 14.01.2020 einen Schritt näher. Bei Windows Server 2003 ist dieser bereits am 14. Juli 2015 erreicht. Der Main Stream Support ist bereits für alle Systeme ausgelaufen. Doch gibt es auch andere Gründe, zu migrieren?

In der Vorab-Version enthält Windows Server 10 tiefgreifende Änderungen in den Bereichen Virtualisierung, Netzwerkverwaltung und Speicher-Management. Hyper-V ermöglicht nun ein In-Place Update vorhandener Cluster von Windows 2012 R2 auf Windows Server 10. Hierbei können beide Versionen in einem Cluster gemischt betrieben werden. Eine neue virtuelle Hardwaregeneration ermöglicht das Hinzufügen von Netzwerkadaptern sowie eine Erweiterung des RAMs zur Laufzeit innerhalb von virtuellen Maschinen. Die Konfigurationsfiles liegen dabei im Binärformat vor und können nicht mehr editiert werden. UEFI und Secure Boot werden nun auch für einzelne Linux Distributionen unter Hyper-V unterstützt. Ferner ist eine Hardwarebeschleunigung von Remote FX möglich. Für die effiziente Bereitstellung von Applikationen ist eine Docker-Integration geplant. Im Speicherbereich wurden die Replikationsfunktionen ausgebaut. Hierbei kann in eine synchrone und asynchrone Replikation unterschieden werden.

Für eine synchrone Replikation müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Server müssen Mitglied innerhalb desselben Active Directoires sein
  • mindestens über ein 10 GB/s Netzwerk Interface besitzen
  •  es müssen mindestens 8 GB/s Datendurchsatz zwischen den Servern möglich sein
  • die Latenz darf bei einer Packetgröße von 1472 Byte nicht mehr als 5ms im Durchschnitt betragen

Somit sind die Einsatzszenarien stark begrenzt. Für eine optimale Skalierung kommt SMB3 zum Einsatz. Mittels Quality of Service können nun Bandbreiten für einzelne virtuelle Disks garantiert bzw. limitiert werden.

Im Netzwerkbereich wurde die Network Access Protection (NAP) gestrichen. Dafür wurden Software Defined Network (SDN) Funktionen innerhalb von Windows implementiert. Hierbei fungiert ein sogenannter Network Controller (Server Rolle) als zentrale Kontroll-instanz und stellt Schnittstellen (API) zur Beeinflussung des Netzwerkes bereit.

Diese enthalten folgende Funktionen:

  • das Fabric Network Management umfasst
    – IP Subnetz Verwaltung
    – vLAN Management
    – Layer 2 & 3 Switching
  • Firewall Management auf Basis von vSwitch Ports
  • Netzwerk Monitoring und Topologie Überwachung
  • Umleiten von Datenverkehr z.B. über IPS Systeme zur Ziel VM
  • Software Load Balancing
  • Windows Server Gateway Management als Schnittstelle zwischen physischem und virtuellem Netzwerk

Die folgende Skizze zeigt den SDN-Aufbau im Überblick.

Abbildung: Microsoft SDN Schema

Abbildung: Microsoft SDN Schema

Ferner gab es kleine Verbesserungen am IP Adress Management (IPAM). Zur effizienteren Administration verfügt PowerShell 5.0 nun über Klassendefinitionen. Der Multipoint Server ist nun als Rolle verfügbar, somit wird kein eigenständiges Betriebssystem mehr benötigt.

Mit Windows 10 versucht Microsoft Akzeptanzprobleme hinsichtlich der Oberfläche zu korrigieren. Das Betriebssystem ist nun einheitlich, unabhängig davon, ob es sich beim Endgerät um ein Notebook, Desktop, Tablet mit Windows RT oder ein Windows Phone handelt. Lediglich die Oberfläche wird an das Gerät angepasst. Das Startmenü kehrt zurück, wenn auch in angepasster Form. Der Inhalt des Windows App Store ist nun nicht mehr abhängig vom Endgerät. Convertibles werden nun besser unterstützt. Eine Suche kann nun sprachgesteuert mittels Cortana realisiert werden, die Suche mittels „Start“ ist aber weiterhin möglich. Der Internet Explorer soll durch einen neuen Browser ersetzt werden. Zum besseren Schutz ist Bit Defender als Anti Malware an Bord, auch bei der Server Variante. Neu ist auch die Möglichkeit, mehrere Desktops anzulegen und diesen Programme zuzuweisen, es besteht jedoch keine Trennung der Daten. Bezüglich des Lizenzmodells ist bisher nichts Genaues bekannt, es wird aber neben dem klassischen Lizenzmodell noch ein Abo Modell erwartet.

Fazit

Microsoft hat weite Verbesserungen an Hyper-V vorgenommen und möchte so zum Platzhirsch VMware aufschließen. Die neuen Funktionen lassen eine Plattform für hyperconvergente Systeme von Microsoft erahnen, welche dann im nächsten Jahr zu erwarten wären. Im End User Bereich wurde auf die Wünsche der meisten User eingegangen. Es bleibt aber abzuwarten, ob Windows 10 den Großteil der Windows 7 Installationen im Unternehmensumfeld ablösen wird.

Christian Müller
Autor:
Christian Müller | Technology Consultant
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