Ausgabe 1/2015 | 4. Februar 2015 | SHD . TechnologyAlle Beiträge dieser Kategorie anzeigen | Alle Beiträge anzeigen von
Christian Müller
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VMworld „No Limits“

Ausblick auf VMware 2015 und VMworld Barcelona kompakt (1)



Die VMworld mit dem Motto »No Limits« ist eines der richtungsweisenden Events im IT-Bereich mit über 23.000 Teilnehmern in den USA und 9000 in Europa. Doch welche Neuerungen eignen sich für den Einsatz im Mittelstand und in der öffentlichen Verwaltung?

Neuerungen wurden für die folgenden drei Bereiche vorgestellt:

•    Software Defined Data Center (SDDC)
•    hybride Infrastruktur
•    End User Computing

Einige der Produkte und Features sind jedoch noch in der Entwicklung. Es kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantiert werden, dass diese in den finalen Versionen auch umgesetzt werden.

Neuerungen im Bereich Software Defined Data Center

vSphere stellt die Basis für das SDDC dar und befindet sich aktuell im Beta Stadium für die Version 6. Neben der Erweiterung der Maximalwerte hinsichtlich Performance ist die Erweiterung von vMotion geplant. Diese ermöglicht das Verschieben von virtuellen Maschinen (VM) über vCenter Grenzen hinweg, auch über WAN Strecken mit bis zu 100ms Laufzeit (RTT). Zur Erhöhung der Verfügbarkeit einzelner VM’s ist die Einführung von Multi Prozessor Fault Toleranz geplant. Hierbei wird die virtuelle Maschine auf 2 Hosts parallel betrieben. Hierzu wird in eine Primäre (aktive) und Sekundäre (passive) VM unterschieden, welche sich in einem synchronen Zustand befinden. Neuerungen sind die Unterstützung von bis zu 4vCPU’s pro VM sowie der Verzicht auf einen gemeinsamen Storage. Die folgende Skizze zeigt das Zusammenspiel schematisch:

Abbildung: Aufbau einer Multiprozessor FT Umgebung

Abbildung: Aufbau einer Multiprozessor FT Umgebung

Das eingesetzte FT Protokoll ist eine Neuentwicklung und vergleichbar mit einem nicht endenden vMotion Prozess. Voraussetzung ist der Einsatz einer 10 GE Infrastruktur. Dieses Feature wird voraussichtlich ab der Enterprise Edition verfügbar sein, beschränkt sich jedoch auf maximal 8 vCPU’s pro Host, 4 vCPU’s pro VM und 4 VM’s pro Host. Es empfiehlt sich hierbei, primäre und sekundäre VM’s pro Host zu mischen, um ein besseres Lastverhalten zu erreichen.

Im Bereich Storage ist die Einführung von vVolumes geplant. Hierbei werden virtuelle Volumes über die eingebundenen Datastores gelegt, welche eine granulare Kontrolle auf Basis von Policies ermöglichen. Diese unterstützen die Übertragung von Storage Operationen an das Storage System mittels VAAI (sofern unterstützt) und vereinfachen das LUN Management dramatisch. Ferner ist eine stärkere Verzahnung von vSAN in vSphere geplant. Hierbei werden die lokalen Festplatten der Hosts als zentraler Datenspeicher genutzt und kein zentrales Storage mehr benötigt. Die Replikation erfolgt zwischen den Hosts und ermöglicht so eine Absicherung gegen einen Hostausfall. Zur Sicherstellung der Performance werden Daten mittels SSD gepuffert und Read- und Write Vorgänge abgedeckt. Zur Speicherung der Daten werden immer Festplatten eingesetzt. Die redundante Vorhaltung von Daten wird auf VM Ebene realisiert. Standardmäßig ist hier eine N+1 Redundanz vorgesehen, kann aber mittels Richtlinie pro VM angepasst werden. Voraussetzungen sind 1 SSD und 1 HDD. Maximal erlaubt sind 1 SSD und 7 HDD’s pro Diskgruppe sowie 5 Diskgruppen mit maximal 5 SSD’s und 35 HDD’s pro System. Unterstützt werden aktuell 3-32 Host pro Cluster und maximal 4,4 PB an Daten. Ferner werden Raid Controller benötigt, die einen Path Through Mode unterstützen. Die HCL der unterstützten Geräte ist zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr gering. Geplant ist, dies mittels vorgefertigter Systeme zu verbessern. Hierbei handelt es sich um vorassemblierte Geräte, sogenannte Hyperconvergente Systeme. Diese werden unter den Produktbezeichnungen EVO:Rail und EVO:Rack vermarktet. Bei EVO:Rail handelt es sich um ein Packet aus 4 Hosts und vereinfachen das Design, den Roll Out und den Betrieb der Lösung. Die Validierung erfolgt durch den Hardwarehersteller, welcher jedoch an Vorgaben von VMware gebunden ist. So sind vorerst nur Systeme mit vSAN und Enterprise+ Lizenz geplant.

Erste Systeme werden Ende Dezember von folgenden Herstellern erwartet:

•    Fujitsu
•    HP
•    Dell
•    Supermicro

Die Erweiterung erfolgt in Vierer-Blöcken und endet aktuell bei 16 Hosts. Zum Start werden EVO:RAIL Systeme nur mit E5-2620 Prozessor verfügbar sein, weitere werden jedoch folgen. Als größere Variante wurde EVO:Rack angekündigt. Es handelt sich um vorbestückte Racks, die neben den EVO:Rail Komponenten zusätzlich über eine Netzwerk Virtualisierung mittels NSX verfügen. Nachteil der EVO Systeme als auch hyperconvergenter Systeme im Allgemeinen ist jedoch, dass eine Skalierung einzelner Leistungsparameter in Punkto Compute und Storage durch die enge Verzahnung nicht mehr möglich ist.

Im zweiten Teil erfahren Sie Details zu VMware NSX, Neuerungen in der vSphere Lizensierung, hybriden Infrastrukturen und Horizon.

Christian Müller
Autor:
Christian Müller | Technology Consultant
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Bildquelle/Copyright: © Sergey Nivens — fotolia.com

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